Tipps und Tricks


Mit der Zeit entwickelt wohl jeder seine eigenen Methoden, die individuelle Kosmetik herzustellen. Und weil immer wieder auch trotz bester Vorbereitung etwas schief geht, habe ich im Folgenden einige Tipps und Tricks zusammen gestellt, mit denen man Fehler vermeiden und teilweise auch beheben kann.

Mengenberechnung

Zur Berechnung der für ein Rezept benötigten Mengen kann man sich einfach wie folgt behelfen:
  1. Gramm und Milliliter können gleich gesetzt werden. Zwar wiegen z.B. 100 ml Öl weniger, als 100 g, aber für die grobe Berechnung von kleineren Mengen reicht es vollkommen aus, wenn man so vorgeht. Notfalls bei Grammangaben von Ölen ca. 10 % mehr in Milliliter ansetzen.

  2. 10-15 Tropfen entsprechen ca. 1 ml des jeweiligen Rohstoffes. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Tropfen bei festeren Rohstoffen und Ölen größer sind, als z.B. diejenigen von Alkohol und ätherischen Ölen.

  3. Die Größe und Anzahl der gewünschten Abfüllungen bestimmt die Mengen der zu bestellenden Rohstoffe.

  4. Die Berechnungshilfe für Rohstoffe hilft, bei mehreren Rezepten die Übersicht zu behalten.
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Download Berechnungshelfer

Bei dem Berechnungshelfer handelt es sich um eine offene Excel Datei, mit der sich die Mengen der benötigten Rohstoffe leicht berechnen lassen.

Es müssen lediglich die gewünschten Rezepte eingegeben werden und nach wenigen Schritten können die Mengen abgelesen werden. Das erleichtert die Bestellung vor allem dann, wenn mehrere Rezepte gerührt werden sollen und man nicht zu viel bestellen möchte.
Wegen der häufigen Anfragen hier noch ein leichtes Berechnungsschema, mit dem man die Gesamtmenge des benötigten Produktes bestimmen kann. Es sieht zwar auf den ersten Blick recht kompliziert aus, aber die Formeln dienen nur zur Verdeutlichung. Die Abfüllungen werden im Folgenden "Dosen" genannt. Natürlich gilt das auch für Flaschen.
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Rühren von Cremes

Rühren von Cremes
  • Erhitzen der Rohstoffe:

    Wenn die Fettphase die Temperatur erreicht hat und noch nicht alles geschmolzen ist, das Glas von der Herdplatte nehmen und weiter rühren, bis alles geschmolzen ist. Dann eventuell alles noch einmal erhitzen. So wird vermieden, dass das Fett zu heiß wird.

    Es gibt einige Rohstoffe, wie z.B. Cetylalkohol, die zuerst in der Fettphase geschmolzen werden sollten. In den Rezepten wird darauf hingewiesen, wenn erst danach andere Emulgatoren etc. eingearbeitet werden sollen.

  • Abkühlen der Creme:

    Die meisten Cremes können im Wasserbad abgekühlt werden. Dazu das Glasgefäß einfach in einen Behälter mit kaltem Wasser stellen und Rühren. Wenn sich das Kühlwasser erwärmt hat, dies austauschen und erneut Rühren, bis die Creme fest ist.

  • Einarbeiten der Wirkstoffe:

    Die weiteren Zutaten erst der auf Handwärme abgekühlten Creme hinzufügen, damit diese durch die Hitze keinen Schaden nehmen.

    Vor dem Einarbeiten der letzten Rohstoffe kann die Creme noch recht fest sein. Mit dem Verdünnen aber warten, bis alle Zutaten hinzugefügt sind. Oft wird die Creme von selbst weicher und flüssiger.

    Wenn die Creme ein bisschen zu flüssig erscheint, ist es oft ratsam, sie erst einmal in die Töpfchen abzufüllen und einen Tag in den Kühlschrank zu stellen. Oft verfestigt sie sich in dieser Zeit.
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"Cremerettung"

Cremerettung Wenn eine Creme misslungen, also zu flüssig geworden oder nicht cremig geworden ist, kann man folgende Möglichkeiten ausprobieren. Vielleicht ist sie ja noch zu retten.

  1. Die zu flüssige Creme am besten erst mal über Nacht oder noch etwas länger (bis zu 2 Tagen) in den Kühlschrank stellen. Oft dicken die Cremes von selbst nach.

  2. Wenn das nicht reicht, kommt es drauf an, warum die Creme misslungen ist:

    1. Wenn sich keine homogene Masse, also keine richtige Creme gebildet hat, sondern diese ausflockt oder Klümpchen hat, liegt das meist daran, dass die Wasser- und Fettphase beim Vermischen nicht die gleiche Temperatur hatten. In diesem Fall kann man sie noch mal ganz vorsichtig erwärmen. - Hier aber wirklich nur im Wasserbad, damit nichts anbrennt. Das Ganze noch einmal kräftig umrühren und wieder abkühlen lassen. Vielleicht noch etwas von dem jeweiligen Emulgator hinzugeben

      Nachteil dieser Methode ist, dass evtl. eingearbeitete Wirkstoffe ihre Wirkung verlieren können, wenn es ihnen zu heiß wird.

    2. Wenn die Creme einfach nur flüssig ist, kann man sie auch mit Xanthan oder einem anderen Gelbildner andicken. Dazu Xanthan in etwas Wasser vorlösen und in die Creme einrühren. Das geht nicht so leicht, weil das Xanthan leicht klumpt, evtl. vorher mit etwas Alkohol vermischen (siehe hier), was aber z.B. in einer Gesichtscreme sehr sparsam geschehen sollte.

      Nachteil dieser Methode ist, dass das Xanthan einen Film auf der Haut hinterlassen kann. Das muss man eben ausprobieren.

  3. Manchmal hilft es auch, die Creme einfach mit einem Passierstab ordentlich aufzumischen.

  4. Für Fortgeschrittene, falls die Creme zu flüssig geworden ist:

    Die folgende Methode eignet sich besonders, wenn man versehentlich zu viel Wasser in die Fettphase gerührt hat. Das kann z.B. passieren, wenn man eine Waage mit Zuwiegefunktion hat und versehentlich nicht auf "0" stellt (so mir kürzlich geschehen). Geübte CremerüherInnen merken recht schnell, dass "da was nicht stimmt". Dann hilft nur eins: Genau rekonstruieren, welche Mengen man verwendet hat.

    Zur Rettung kann man die anteilig fehlende Fettphase erneut zubereiten (etwas heißer, als normal machen) und dieser dann die - noch möglichst warme - zu flüssige Creme (statt der Wasserphase) hinzufügen. Das geht nur, wenn man eine Rührhilfe zur Verfügung hat. Allein mit der Hand ist es sehr schwer, wieder eine homogene Creme zu erhalten. Mit Milchaufschäumer, Handrührgerät oder Mixer geht es sehr gut.

  5. Eine zu flüssige Creme muss in keinem Fall weggeworfen werden. Sie kann immer noch ohne weitere Maßnahmen als Bodylotion verwendet werden. Allerdings wird man diese vor jedem Gebrauch gut aufschütteln müssen. Aber das muss mit den meisten selbstgemachten Bodylotions gemacht werden

Viel Erfolg!

Falls Sie noch andere Methoden "auf Lager" haben, würde ich mich über eine e-Mail sehr freuen.
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Herstellung von Gelen

Das größte Problem bei der Herstellung von Gelen ist meistens, dass sich der Gelbildner, das Xanthan, usw. nicht in der Wasserphase auflösen, sondern Klümpchen bilden. Daher ist es ganz wichtig, die oberste Grundregel bei der Gelherstellung zu beachten:

Zuerst das Gel mit den Grundzutaten herstellen und erst dann die weiteren kostbaren Wirkstoffe hinzugeben. Falls dann ein Gel einmal misslingt, sind lediglich der Gelbildner, sowie etwas Wasser und evtl. Alkohol zu beklagen.

Hinweis: Falls Rohstoffe laut Rezept in der Wasserphase gelöst werden müssen, müssen die natürlich vorab hinzugegeben werden. In diesem Falle sind die Rezepte aber so ausgelegt, dass eigentlich nicht viel "schief gehen" kann.
  • Lösen von Xanthan und Gelbildner:

    Xanthan und Gelbildner lösen sich vollkommen problemlos in Alkohol. Daher kann man sie in ein wenig Alkohol vorlösen und dann mit Wasser zu einem Gel verarbeiten. Der minimale Alkoholanteil stört bei den meisten Rezepten nicht.

    Es muss sich allerdings um hochprozentigen Alkohol handeln! 50%, wie er z.B. in selbst gemachten Tinkturen enthalten sein kann, reichen nicht aus. Hier ist der Wasseranteil so hoch, dass das Xanthan bereits ein Gel bildet.

  • Lösen von Hyaluron:

    Auch Hyaluron ist ein Gelbildner und kann ebenso, wie oben beschrieben, verarbeitet werden. Wenn man auf den Alkohol verzichten möchte, können Geübte das Hyaluron in ein trockenes kleines Becherglas geben und mit etwas lauwarmen (zuvor abgekochtem) Wasser - am besten mit dem Milchaufschäumer - verrühren. Wenn das sehr zügig gemacht wird, gibt es keine Klümpchen.

  • Verarbeitung:

    Ein besonders homogenes Gel erhält man, wenn den in Alkohol gelösten Xanthan/Gelbildner in ein verschließbares Gefäß gibt, die Wasserphase hinzufügt, den Deckel schließt und sofort kräftig schüttelt, bis ein homogenes Gel entstanden ist.

    Wegen der Gefahr der Klümpchenbildung empfiehlt es sich, die (teuren) Inhalts- und Wirkstoffe erst einzuarbeiten, wenn das Grund-Gel erfolgreich hergestellt worden ist.

  • Guarkernmehl und Haarguar:

    Diese beiden nahe verwandten Rohstoffe lassen sich problemlos in Wasser lösen. Dazu das Pulver in ein trockenes (!) Becherglas geben, Wasser hinzufügen und unter Rühren mit Rührhilfe schnell verrühren. Kurz stehen lassen und noch einmal kräftig rühren. Dann lösen sich auch die letzten Klümpchen auf.

  • Vermeiden von Luftblasen:

    Durch das kräftige Rühren kann es zu Luftbläschen im Gel kommen. Dies schafft der Wirksamkeit zwar keinen Abbruch, kann aber nicht wie gewünscht aussehen und eventuell auch die Haltbarkeit beeinträchtigen (nur, wenn es wirklich fast mehr Luft als Gel ist).

    In diesem Fall hilft es, das Gel mit dem Rührstab noch einmal vorsichtig glatt zu rühren. Dadurch werden die meisten größeren Luftbläschen zerstört. Bei flüssigen Gelen treten diese nach einiger Zeit von selbst nach oben und können abgeschöpft werden. Rühren würde hier zu einer erneuten Vermischung mit der Luft führen.

  • Fehlerbehebung:

    Ist ein Gel doch mal klumpig geworden, hilft nur eins, wenn man die Bescherung nicht wegkippen möchte: Masse durch ein Haarsieb streichen, oder es mit dem Passierstab zu versuchen. Das ist zwar recht aufwendig, lohnt sich je nach Inhaltsstoffen jedoch.
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Schütteln statt Rühren

Diese Methode eignet sich hervorragend für Bodylotions und andere flüssige Cremes.

Fett- und Wasserphase ganz normal wie immer vorbereiten.
Zuerst Fett- und dann Wasserphase in eine hitzebeständige die Glas- oder Plastikflasche geben.
Kräftig schütteln, bis die Lotion erkaltet ist.
  1. Es empfiehlt sich, die Flasche vorher von außen (sonst verbindet sich die Fettphase mit eventuellem Restwasser) vorzuwärmen, damit die Fettphase nicht schon durch das Glas abkühlt.

  2. Man kann die Flasche beim Schütteln zum Abkühlen zeitweise unter kaltes Wasser halten, dann geht es schneller.
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Rühren mit Hilfsmitteln

Stabmixer Als Hilfsmittel eignen sich Handrührgerät, Rührstab oder auch ein Milchaufschäumer. Insbesondere für die Herstellung von Gelen, Shampoos und Seifen sind Rührhilfen besonders hilfreich.
  • Beim Rühren mit Hilfsmitteln muss man immer darauf achten, dass nicht zu viele Luftbläschen entstehen.

  • Der ultimative Trick zum Vermeiden von Luftbläschen in Seifen Cremes:
    Anstatt des normalen Quirls kann ein einzelner Teigrüher in das Rührgerät eingesetzt werden. Der Teigrührer bringt weniger Luft in die Masse ein und hat zudem den Vorteil, dass man auch in sehr schmalen Gefäßen arbeiten kann.

    Größere Mengen von Cremes und Seifen können auch mit dem ganz normalen Rühraufsatz gerührt werden, bis eine hell gelbe Emulsion entstanden ist. Dann mit dem Rührstab kalt rühren.

  • " Ist eine Creme doch einmal zu "luftig" geworden, hilft es, sie noch einmal mit dem Glasrührstab glatt zu rühren. Und wenn das nicht hilft, sie nach einem Tag Ruhe im Kühlschrank noch mal umrühren. So verschwinden die Bläschen und die Creme wird wieder glatt und geschmeidig.

  • Besonders gut eignen sich kleine Rührsets mit einzelnen batteriebetriebenen Rührern, die momentan immer wieder von z.B. großen Kaffeeanbietern angeboten werden - also solche, die zum Milchaufschäumen, Sahneschlagen, etc. geeignet sind.

    Aber Vorsicht! Man sollte die Bechergläser zuvor mit unterschiedlichen Mengen Wasser füllen und das neue Rührgerät auf seinen "Spritzfaktor" überprüfen. Dies erspart einem eine Küche, in der die Creme oder das Shampoo in jeder Ecke hängt ...
Rührgerät
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Konservierung

Die Konservierung von kosmetischen Produkten stellt nicht nur die Selberrührerinnen und -rührer vor große Herausforderungen. Nicht umsonst enthalten viele konventionelle Produkte eine derartige Fülle von unterschiedlichen Konservierungsstoffen, dass es einen nicht zu wundern braucht, dass viele Menschen immer häufiger allergisch auf diese Produkte reagieren. Und an zarte Babyhaut sollten solche Stoffe erst recht nicht gelangen.

Dennoch müssen kosmetische Produkte, die nicht innerhalb von einigen wenigen Tagen verbraucht werden, konserviert werden. Andernfalls können schädliche Keime in das Produkt gelangen. Daher ist die richtige Konservierung ein absolut notwenidges Übel, welches auf keinen Fall vernachlässigt werden sollte.

Für die selbstgemachte Kosmetik stehen milde Konservierer zur Verfügung. Aber auch bei diesen muss zwischen absoluter Sicherheit und besonders guter Verträglichkeit abgewogen werden.
Konservierung
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Paraben K

Eine einfache, sichere und milde Konservierung von Cremes, Salben und Lotions kann mit Paraben K erfolgen. Der Parabene enthaltene chemische Konservierer Paraben K ist unter den hier aufgeführten Konservierern der Sicherste. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Creme "umkippt", ist also die Geringste.
Weniger als 1 Tr. pro 10 ml erzielt keine kürzere Haltbarkeit, sondern nur eine unvollständige Konservierung. Ebenso verlängern mehr als 2 Tr. pro 10 ml die Höchsthaltbarkeit von 6 Monaten nicht!

Vorteil: Paraben K wirkt PH-Wert unabhängig und ist somit für jedes kosmetische Produkt geeignet.

Paraben K riecht leicht mandelartig. Allerdings lässt sich dieser Geruch schon mit 1 Tr. äth. Öl (z.B. Lavendelöl, Rosenholzöl, Rosenöl, etc.) überdecken.
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Rokonsal

Dieser Konservierer ist nach der Kosmetikverordnung für Naturkosmetik zugelassen und BDIH konform. Er vereint die Wirkungen des Kaliumsorbates mit Benzolsäure. Auch Rokonsal riecht durch den Benzyl Alkohol leicht mandelartig.

Wichtig: Um wirken zu können, darf der PH Wert des fertigen Endproduktes nicht höher als 5 sein. Dies kann man bei Bedarf mit etwas Zitronensäure oder Zitronensaft erreichen, da die meisten Cremes einen PH Wert von ca. 5-5,5 haben.

Persönlich bevorzuge ich die Kombination mit Grapefruitkernextrakt, der mit ca. 1 Tropfen pro ml fertiges Endprodukt den PH Wert ausreichend senkt.
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Grapefruitkernextrakt

Zunächst möchte ich einen Hinweis in eigener Sache geben:

Die konservierende Wirkung von Grapefruitkernextrakt ist äußerst umstritten. Es gibt Labortests, die diesem Rohstoff nicht die geringste konservierende Wirkung bestätigen. Meine eigene Erfahrung mit diesem Rohstoff weicht davon ab, weswegen ich weiterhin Grapefruitkernextrakt - nun auch in Kombination mit Kaliumsorbat - als Konservierungs-Zusatzstoff anbiete. Es gibt Stimmen, die dies als "unseriös" und "unverbesserlich" bezeichnen. Ich dagegen meine, dass jeder selbst entscheiden sollte, welcher Rohstoff verwendet wird. Ich suche seit Jahren nach einer natürlichen Konservierungsmethode für meine selbst hergestellten Produkte. Dafür nehme ich auch gerne eine kürzere Haltbarkeit in Kauf, solange ich auf chemische Konservierer verzichten kann. In diesem Rahmen habe auch ich leider vor Jahren zunächst ein Produkt verwendet, welches offensichtlich mit Benzethonium-Chlorid verunreinigt war. Die konservierende Wirkung war hervorragend - nur leider nicht wegen des Grapefruitkernextraktes, sondern wegen des Benzethonium-Chlorides.

Der hier angebotene Grapefruitkernextrakt ist Benzethonium-Chlorid-frei und wirkt daher anders: Er setzt den PH Wert herab und wirkt antibakteriell. Das ist keine "sichere" Konservierung im chemischen Sinne. Allerdings frage ich mich häufig, warum bei Kosmetika ein höherer Maßstab angesetzt werden soll, als bei den Produkten, die wir im Kühlschrank haben, bzw. jeden Tag mit unserer Nahrung aufnehmen. Bei sauberer Herstellung erhöht auch der reine Grapefruitkernextrakt meiner Meinung nach die Haltbarkeit des Produktes. Wirklich zufrieden war ich aber nicht, da die äußeren Umstände eine zu große Rolle gespielt haben.

Daher habe ich mich auf die Suche gemacht und bin fündig geworden: Kaliumsorbat. Die Kombination von Grapefruitkernextrakt mit dem ebenfalls als Lebensmittel zugelassenen Kaliumsorbat hat den Vorteil, dass auch das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen gehemmt wird. Als Langzeittest habe ich ein fast leeres Cremedöschen auf die Fensterbank in meiner Küche gestellt. Es war nur an den Seitenwänden mit etwas Creme bestrichen und sowohl direkter Sonne, als auch kalter Zugluft bei geöffneten Fenster ausgesetzt. Also Bedingungen, die die meisten unkonservierten Cremes und Lebensmittel innerhalb von kürzester Zeit umkippen lassen würden. Die Creme hat ca. einen Monat gehalten.

Grapefruitkernextrakt ist universell einsetzbar und hat neben der antibakteriellen Wirkung auch vielfältige kosmetische Vorteile. Mit Grapefruitkernextrakt konservierte Kosmetika können gleichzeitig bei Ekzemen, Hauterkrankungen, Flechten, Herpes, Ausschlägen, schuppiger und juckender Kopfhaut, Akne und vielem mehr helfen.
Dosierung und Haltbarkeit: Verarbeitungshinweise:

Grapefruitkernextrakt verhält sich unterschiedlich, je nachdem, welcher Emulgator verwendet wird.
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Kaliumsorbat

Kaliumsorbat ist auch für Lebensmittel unter der Nummer "E 202" zugelassen. In der Natur kommt Kaliumsorbat z.B. in den Früchten der Eberesche und in Vogelbeeren vor. Im Lebensmittelbereich werden mit Kaliumsorbat insbesondere Saftschorlen, Marmeladen, Mischprodukte wie Margarine oder Mayonnaise verwendet. Da eine selbstgerührte Creme einer Mayonnaise oder Margarine sehr ähnlich ist, bietet sich dieser Konservierer auch in diesem Bereich an. Er hat keinen Eigengeruch und ist sehr gut wasserlöslich. Daher eignet er sich auch besonders zur Konservierung von Gesichtswasser ohne Alkohol.

Dosierung:
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Pentylene Glycol

Pentylene Glycol (ein zweiwertiger Alkohol) ist ein Feuchtigkeitsspender, der gleichzeitig antimikrobielle Wirkungen hat und somit das Wachstum von Mikroorganismen verhindert. Im Gegensatz zum Weingeist trocknet Pentylene Glycol die Haut nicht aus, sondern bindet das Wasser und spendet ihr statt dessen Feuchtigkeit.
Die Einsatzkonzentration beträgt 5-10 %. Diese ist zwar höher, als bei den anderen Konservieren, beträgt aber nur 1/3 bis 1/2 der Menge, die bei einer Konservierung mit Weingeist nötig wäre. Pentylene Glycol konserviert pH-Wert-unabhängig und wird auch von großen Kosmetikherstellern eingesetzt. Die konservierende Wirkung kann bei der genannten Einsatzkonzentration bis zu 2 Jahren betragen.
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Alkohol

Auch Alkohol kann zum Konservieren von Kosmetik verwendet werden. Eine sichere Konservierung erfordert allerdings einen Anteil von ca. 30 % Alkohol im fertigen Endprodukt, was insbesondere bei Hautcremes nicht zu empfehlen ist. Auch Gesichtswässer müssen keinen so hohen Alkoholanteil enthalten, wenn Sie mit vorkonservierten Rohstoffen, wie Blütenwasser, oder Aloe Vera Saft hergestellt werden. Dennoch braucht die konservierende Wirkung von Alkohol nicht vollkommen außer Acht gelassen zu werden. Die Pflanzenextrakte z.B. werden auf Alkoholgrundlage hergestellt, da die Wirkstoffe der Pflanze mit diesem entzogen werden. Somit hat jeder Pflanzenextrakt z.B. eine leicht konservierende Wirkung.
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Ätherische Öle

Ätherische Öle haben ebenfalls eine konservierende Wirkung. Allerdings wäre der Anteil für eine sichere Konservierung so hoch, dass die Creme oder Lotion wegen ihres strengen Geruchs und vor allem wegen des zu hohen Ölanteils unbrauchbar wäre. Trotzdem tragen auch kleine Mengen ätherischer Öle zur Haltbarkeit der Produkte bei.
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Keine Konservierung...

... ist grundsätzlich bei Shampoos und Seifen nötig. Wenn diese innerhalb von mindestens 3 Monaten verbraucht werden, geht es auch ohne Konservierer. Das gilt selbst bei Seifen und Shampoos, die mit Guarkernmehl angedickt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass man mit sauberen Arbeitsutensilien und abgekochtem Wasser arbeitet. Außerdem kann es natürlich sein, dass besondere Witterungsbedingungen doch dazu führen, dass mal eine Seife umkippt. Allerdings ist mir das bisher mit den auf diesen Seiten angegebenen Rezepten noch nicht passiert.
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Desinfektion der Arbeitsutensilien

Arbeitsutensilien und Cremepöttchen sollten so sauber wie möglich sein, damit sich keine unerwünschten Keime in den fertigen Produkten bilden. Zwar schützen dagegen die Konservierungsmittel, diese sind jedoch absichtlich sehr gering dosiert, so dass eine bereits verkeimte Creme nicht wieder absolut keimfrei wird, wenn man diese Stoffe hinzufügt.

Zur Desinfektion gibt es mehrere Möglichkeiten:
  1. 70 %-iger Alkohol und kochendes Wasser

    Am Einfachsten erfolgt die Desinfektion der Arbeitsutensilien mit 70 %-igem Alkohol. Diesen füllt man in eine Sprühflasche, sprüht damit die Arbeitsutensilien ein, lässt alles einwirken und spült dann alles mit kochendem Wasser ab. Zwar erreicht man so keine absolute Sterilität, aber für das Herstellen von Kosmetik reicht es.

    70 %-igem Alkohol stellt man wie folgt her:

    Man füllt ca. 96% Alkohol zu etwas mehr als 70% in die Sprühflasche und füllt diese dann mit abgekochtem, kaltem Wasser auf. Das gibt zwar nicht genau 70%, ist aber für unsere Zwecke ausreichend.

    Hinweis: Im Shop gibt es Kosmetisches Basiswasser, das hervorragend zur Desinfektion geeignet ist. Dieser Alkohol ist vergällt und daher nicht für Lebensmittelzwecke geeignet. Dafür aber wesentlich günstiger, als andere Alternativen - und sehr hochprozentig. Zudem riecht es gut und kann für alle anderen kosmetische Zwecke eingesetzt werden.

    Warum kein purer Alkohol? Das beigemischte Wasser bewirkt, dass der Alkohol die Bakterien-Zellwand durchdringen kann, wodurch die Mikroorganismen absterben. Reiner Alkohol ist dagegen nicht wirksam, weil er gar nicht erst ins Zellinnere aufgenommen wird wird.

  2. Abkochen

    Man kann die Gerätschaften natürlich auch ganz normal abkochen. Dazu Wasser in einen großen Topf geben, die Arbeitsutensilien etc. hineingehen und alles aufkochen und eine Weile weiter kochen lassen.

    Nachteil: Dies kann nur mit absolut hitzebeständigen Teilen gemacht werden. Die Plastikspachtel verbiegen z.B., wenn man sie in kochendes Wasser legt. Außerdem dauert das recht lange und ist ziemlich umständlich.

  3. Wer ein Desinfektionsgerät für Babyflaschen hat, kann auch dieses verwenden.
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Lagerung

So bleiben die Ergebnisse unserer Bemühungen lange frisch:
  • Selbstgemachte Kosmetik sollte möglichst kühl, dunkel und luftdicht aufbewahrt werden.

    • Kleinere Mengen für täglichen Gebrauch (ca. 30 - 50 ml) abfüllen und den Rest im Kühlschrank aufbewahren.

    • Cremedosen sollten so klein, wie möglich sein, damit die Creme lange frisch bleibt. Daher lieber eine kleine Dose randvoll füllen, als eine große nur zur Hälfte.

    • Man kann auch eine große "Vorratsdose" befüllen und diese jedes mal nach dem Abfüllen sorgfältig mit einem Stück Frischhaltefolie verschließen, indem man die richtige Größe Frischhaltefolie (die in das Pöttchen passt) ausschneidet und immer wieder auf die Creme legt. So bleibt alles relativ luftabgeschlossen und länger frisch.

    • Gesichtswasser und andere flüssige Produkte sollten in dunkle Flaschen abgefüllt werden. Hierfür lohnt es sich, die Flaschen aufzubewahren, in denen sich die Rohstoffe befinden.

  • Einfrieren:

    Fertige Cremes können problemlos eingefroren werden. Am Besten natürlich in kleinen Mengen, damit sie direkt zum Gebrauch bereit stehen.

    Wichtig: Beim Einfrieren immer ca. 10 bis 20% Freiraum im Cremepöttchen lassen, weil die Creme sich im gefrorenen Zustand ausdehnt. Am Bestem dem Deckel nicht ganz fest zu machen. Außerdem muss die Creme vor der Verwendung wieder ordentlich verrührt werden, so dass auch dafür etwas Platz im Pöttchen benötigt wird.

  • Aufbewahrung:

    • Eine Vielzahl von Dosen und Flaschen sind im Shop erhältlich. Leider sind sie (auch im Großhandelseinkauf!) nicht ganz billig. Wenn man dann bedenkt, für wie wenig Geld man einige fertige Cremes kaufen kann, kann man sich leicht ausmalen, wie viel da tatsächlich für das Produkt übrigbleibt. Daher ist das Angebot bewusst so gestaffelt, dass für jeden etwas dabei sein könnte.

    • Aus der überschüssigen Creme von gebrauchten Cremedosen kann man ganz leicht eine schöne Handwaschcreme herstellen, indem man einfach etwas Betain, Backpulver oder eine andere Waschsubstanz hinzufügt und die Mischung in einen Seifenspender füllt. So geht nichts verloren.

    • Natürlich können auch alle anderen Kosmetikverpackungen wieder verwendet werden. Sobald man anfängt seine Kosmetik selber zu machen, fallen naturgemäß keine leeren Verpackungen mehr an, sodass schnell "Engpässe" entstehen können. Es lohnt sich daher, Freunde und Bekannte zu bitten, leere Döschen zu sammeln. Einige davon können ja als Dankeschön gefüllt zurückgegeben werden.

  • Für Gele, Zahnpasten usw. eignen sich auch besonders Spritzflaschen für Henna-Tattoos, da diese eine feine Düse haben, mit der sich der Inhalt besonders gut dosieren lässt.
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Wiegen

Oft wiegen digitale Waagen im Bereich von 0-10 g recht ungenau. Aber zur Cremeherstellung werden häufig eben diese kleinen Mengen benötigt.

  • Ein Gewicht auf die Waage legen, sodass die 10 g überschritten sind. Jetzt wiegt die Waage genau. Dann nur nicht vergessen, die entsprechende Grammzahl wieder abzuziehen!

  • Bei dauernden Schwankungen in elektronischen Waagen (mit Memory-Funktion) hilft manchmal auch, einfach das Gefäß mit dem zu messenden Inhalt kurz runterzunehmen und wieder draufzusetzen.

  • Bei Pulvern und flüssigen Rohstoffen können Messlöffel eine sinnvolle Alternative bieten. Der "Hobbythek"-Messlöffel misst 2,5 ml.
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